Bad Reichenhall – „Alarmstufe 6 – Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall – mehrere Personen vermisst.“ Mit dieser Durchsage wurden die Feuerwehr Bad Reichenhall, Einsatzkräfte aus Piding und Bayerisch Gmain am 2. Januar 2006 exakt um 16 Uhr alarmiert. Am Einsatzort wurde ihnen sofort klar, dass das Schadensereignis weit größer war, als sich jeder von der Feuerwehrleute auch nur vorstellen konnte. Insgesamt dauerte der Einsatz 74 Stunden. In dieser Zeit wurden denen alle Helfer bis an die Grenzen der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit gefordert wurden. In der Spitze waren über 700 Einsatzkräfte gleichzeitig im Einsatz. 15 Menschen, darunter 12 Kinder, konnten sie nicht mehr retten. Jetzt, 10 Jahre später, wurde der Toten von Bad Reichenhall gedacht.

THW setzt Endoskope in Bad Reichenhall ein

Kurz nach dem Einsturz der Halle war neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Bis zu 100 Helferinnen und Helfer gleichzeitig orteten Verschüttete unter den Trümmern und retteten sie. Das THW setzte dabei auch zwei Videoendoskope und Suchhunde ein. Anhaltende starke Schneefälle erschwerten die Arbeiten und erhöhten die Einsturzgefahr der Reste der Eishalle. Die Bergungsarbeiten mussten deswegen zeitweise vorübergehend unterbrochen werden. Kräfte des THW stützten die Decke der überlasteten Tiefgarage unter der Eissporthalle ab. Mit Hilfe des so genannten Einsatzsicherungs-Systems (ESS) wurden die Trümmerbewegungen überwacht.

Spezial-Geräte jetzt in allen Landesverbänden des THW

„Eines unserer ersten beiden Geräte zur lasergestützten Kontrolle einsturzgefährdeter Gebäude war damals gerade im Ortsverband Berchtesgadener Land stationiert. Wie wichtig diese ESS-Geräte sind, zeigte der Einsatz nach dem Einsturz der Eissporthalle vor zehn Jahren. Inzwischen ist allen acht Landesverbänden mindestens ein Gerät einsatzbereit“, sagt THW-Präsident Albrecht Broemme. Ein wesentlicher Bestandteil des ESS ist ein Computer, er wertet Daten aus, die ein Tachymeter per Funkmodem überträgt. Der Lasterstrahl erkennt selbst kleinste Bewegungen in Trümmerteilen.

Ministerpräsident lobt Einsatz

Auch bei den Räumarbeiten waren zwei Bergungsgruppen des THW im Einsatz. Es konnte nicht sicher ausgeschlossen werden, ob noch Personen unter den Trümmern verschüttet waren. Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) lobte das Engagement und die Hilfsbereitschaft der rund 700 Einsatzkräfte, die nach dem Einsturz an den Sicherungs- und Räumarbeiten beteiligt waren, damals mit den Worten: „Die Helfer haben mit ihrem selbstlosen Einsatz ein weithin sichtbares Zeichen für Mitmenschlichkeit, Solidarität und aktiven Bürgersinn gesetzt.“

Zum Einsatzbericht von Walter Nöhrig, dem Einsatzleiter der Feuerwehr

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