Werne –  Bei einem Brand in Werne sind drei Feuerwehrleute der Feuerwehr Werne verletzt worden. Zwei von ihnen wurden auf einer Drehleiter von einem Schlauchplatzer erfasst. Die Kameraden waren beim Brand eines Hauses in Werne auf der Drehleiter eingesetzt, als sich die Einbindung an einem B-Schlauch schlagartig löste. Dabei schlug mit Schaummittel versetztes Löschwasser unter hohem Druck unter die Visiere der Helme. Die Einsatzkräfte wurden in Augen und Mund getroffen. Der Trupp musste zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Ein weiterer Feuerwehrmann  erlitt durch eine herabstürzende Schindel eine Schnittverletzung im Gesicht.

Die Freiwillige Feuerwehr Werne wurde kurz nach 6 Uhr zum Brand einer Garage alarmiert. Ein PKW stand in Vollbrand. Er stand unter einem Carport. Dieser war direkt an das Wohnhaus angebaut. Vom  LF 20, das als erstes eintraf, wurden zunächst zwei C-Rohre eingesetzt – eins als Riegelstellung zum Wohnhaus, eins zum Löschen des brennenden Autos. Der Bewohner hatte das Gebäude schon verlassen. Er sagte, niemand mehr in dem Haus sei.

Erst brannte das Auto, dann er Carport, dann das Haus. Die Ursache muss noch ermittelt werden. Foto: Werne
Erst brannte das Auto, dann er Carport, dann das Haus. Die Ursache muss noch ermittelt werden. Foto: Feuerwehr Werne

Bereits bei der ersten Lageerkundung wurde festgestellt, dass auf der Rückseite des Gebäudes dichter Rauch unter einer Gaube hervor drang. Der Einsatzleiter ging davon aus, dass das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergegriffen hatte. Kurze Zeit später konnten erste Flammen im Dachstuhl wahrgenommen werden.

Monitor über Drehleiter im Einsatz

Bei dem Gebäude handelte es sich um einen aufgestockten Bungalow. Das Dachgeschoss war in einer „belüfteten Holzkonstruktion“ ausgeführt. Dabei wurde ein entsprechend großer Dachüberstand in Form einer mehrfach verschachtelten Kassette gebaut. Das sollte die Stabilität des Bauwerks erhöhen. Die Konstruktion war mit Schiefer verkleidet und führte letztlich zu einer ungehinderten Ausbreitung des Feuers innerhalb der Dachkonstruktion. Selbst der gleichzeitige Einsatz von insgesamt fünf C-Rohren und einem über die Drehleiter eingesetzten Monitor, konnten das Feuer nicht stoppen. Erst der Innenangriff und der Einsatz von Schwerschaum führten nach dem Öffnen der Deckenverkleidungen zum Löscherfolg.

Zu  Spitzenzeiten waren 65 Feuerwehrleute im Einsatz. Aus Sicht der Feuerwehr Werne sicher ungewöhnlich für den Brand eines Einfamilienhauses. Davon musste eine bislang noch nicht ermittelte Zahl an Einsatzkräftenwegen der starken Verrauchung der Einsatzstelle unter Atemschutz arbeiten. Einige Trupps waren über den Tag verteilt dreimal unter Atemschutz. Die rund 50 Geräte der Freiwilligen Feuerwehr Werne reichten nicht aus. Deshalb wurde der AB Atemschutz des Kreises Unna alarmiert.

Als besondere Herausforderung stellten sich die Nachlöscharbeiten in der verschachtelten Dachkonstruktion heraus. Auch nach mehreren Stunden flammten immer wieder Brandnester auf. Daher wurde sogar mit  Unterstützung des Instituts der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) das Vorauslöschfahrzeug Cobra eingesetzt. Das Testfahrzeug des Projekts FeuerwEHRensache war bis vor kurzem in Werne stationiert und wurde am IdF NRW für die nächste Pilotfeuerwehr in Heinsberg vorbereitet. Das Projekt des Ministeriums für Inneres und Kommunales (MIK NRW) und des Verbands der Feuerwehren (VdF NRW) stellt den Feuerwehren Fahrzeuge zum Test zur Verfügung.

Cobra-Löschsystem kommt zum Einsatz

Beim VLF Cobra handelt es sich um ein Kaltschneide-Löschsystem, das im offensiven Außenangriff ein Loch in die Außenhaut eines Gebäudes schneiden kann, um dann Löschwasser unter hohem Druck einzubringen. Durch das extrem fein vernebelte Löschwasser, kann Hitze intensiv gebunden werden. Diese Methode brachte an den kritischen Stellen in der Dachkonstruktion letztlich den Erfolg: Alle Glutnester konnten von außen erreicht und gelöscht werden.

Blick auf die Einsatzstelle: An die Glutnester kamen die Einsatzkräfte beim Wohnhausbrand in Werne nur schwer heran. Foto: Feuerwehr Werne
Blick auf die Einsatzstelle: An die Glutnester kamen die Einsatzkräfte beim Wohnhausbrand in Werne nur schwer heran. Foto: Feuerwehr Werne

Die Einsatzstelle wurde mehr als 12 Stunden nach der Alarmierung an die Kriminalpolizei übergeben. Gemeinsam mit den Brandursachenermittlern wird nun die Ursache für den Fahrzeugbrand untersucht. Im Einsatz waren alle Löschgruppen und Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Werne, der Rettungsdienst Werne, der Kreis Unna mit dem AB Atemschutz und dem Kreisbrandmeister, das IdF NRW, die Kriminalpolizei. Zudem waren viele Nachbarn im Einsatz. Sie brachten Verpflegung zur Einsatzstelle, boten  Garagen und Gartenmöbel für die Pausen an und stellten Toiletten zur Verfügung.

Schlauchplatzer: Feuerwehrmänner nur leicht verletzt

Die beiden durch den Schlauchplatzer auf der Drehleiter der Feuerwehr Werne verletzten Feuerwehrmänner konnten noch während der Löscharbeiten wieder nach Hause entlassen werden. Bei ihnen wurden Augenreizungen diagnostiziert.

Einsatz einer Drehleiter in Werne beim Brand eines Hauses. Zwei Feuerwehrleute wurden durch einen Schlauchplatzer verletzt. Foto: Feuerwehr Werne
Einsatz einer Drehleiter in Werne beim Brand eines Hauses. Zwei Feuerwehrleute wurden durch einen Schlauchplatzer verletzt. Foto: Feuerwehr Werne

 

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