Feuerwehrmann an Brandanschlag beteiligt

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Die Feuerwehr in Salzhemmendorf ist in die Schlagzeilen geraten. Ein Feuerwehrmann soll an einem Brandanschlag auf ein Asylheim beteiligt gewesen sein. Foto: Screenshot AF
Die Feuerwehr in Salzhemmendorf ist in die Schlagzeilen geraten. Ein Feuerwehrmann soll an einem Brandanschlag auf ein Asylheim beteiligt gewesen sein. Foto: Screenshot AF

Hameln -Nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Salzhemmendorf hat die Polizei drei Verdächtige vorläufig festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um einen 24- und einen 30-jährigen Mann aus Salzhemmendorf und eine 23-jährige Frau aus Springe (Region Hannover). Sie konnten laut Polizei nach Auswertung von Spuren, Zeugenaussagen und Vernehmungen ermittelt werden. Der 24-Jährige wurde in  seiner Wohnung festgenommen. Kurz darauf  wurde der 30-Jährige verhaftet. Die Festnahme der Frau erfolgte in Coppenbrügge. Brisant dabei: Der 24 Jahre alte Verdächtige ist Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Salzhemmendorf. Und: Der mutmaßliche Brandstifter ist wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und wegen politisch motivierter Einzeltaten vorbestraft. Der Feuerwehrmann löschte sogar den Brand im Flüchtlingsheim mit.

Molotowcocktail fliegt ins Erdgeschoss

Kurz nach 2 Uhr kam es am 28.8.2015 zu einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Asylbewerber in Salzhemmendorf. Es handelte sich dabei um ein ehemaliges Schulgebäude in der Hauptstraße von Salzhemmendorf. Im Gebäude waren zum Zeitpunkt des Feuers  40 Personen. Neben deutschen Bewohnern befanden sich dort 29 Asylbewerber aus Irak, Pakistan, Syrien, Elfenbeinküste und Simbabwe. In einen Wohnraum im Erdgeschoss wurde durch die geschlossene Fensterscheibe ein Molotowcocktail geworfen. Es kam zu einem Entstehungsbrand auf dem Boden und an der Einrichtung.

Feuerwehr Salzhemmendorf hat Brand schnell unter Kontrolle

Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Die Bewohner, eine Mutter (34) mit drei Kindern (4, 8 und 11) befanden sich zur Tatzeit in einem Nebenraum und blieben unverletzt. Sie wurden vor Ort medizinisch untersucht, psychologisch betreut und in einer Ersatzunterkunft untergebracht. Die anderen Räume im Flüchtlingsheim sind nicht von der Tat betroffen und können weiter bewohnt bleiben. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand sollen die Verdächtigen, darunter der Feuerwehrmann,  einen brennenden Molotowcocktail durch die Fensterscheibe der Unterkunft geworfen haben bzw. sollen sich während des Wurfes im, mit laufendem Motor bereitstehenden, Fluchtauto gewartet haben. Nach der Tat fuhr der Pkw mit hoher Geschwindigkeit davon.

Sonderkommission mit 30 Polizisten

Nach dem Bekanntwerden des Anschlags wurde innerhalb der Polizeiinspektion eine 30-köpfige Sonderkommission (Soko) gebildet. Noch in der Nacht wurde eine umfassende Tatortaufnahme und Spurensuche durchgeführt sowie Opfer, Bewohner und Zeugen vernommen und deren Aussagen bewertet. Es wurden Hinweise aufgenommen und bearbeitet; es wurde noch während der Spurensuche jeder Spur nachgegangen. Insbesondere Umfeldermittlungen führten schließlich zu den Verdächtigen. „Dieser Ermittlungserfolg ist der Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der unverzüglich konsequenten Ermittlungsarbeit der Soko zu verdanken“, sagte Inspektionsleiter Ralf Leopold nach der Festnahme.

Brandstifter löscht mit

Unterdessen haben sich auch der Bürgermeister von Salzhemmendorf, Clemens Pommerening (parteilos), sowie Gemeindebrandmeister Walter Wiegmann geäußert: „Salzhemmendorf und die Gemeindefeuerwehr Salzhemmendorf verurteilen den Anschlag vom 28.08.2015 auf die Flüchtlingsunterkunft aufs Schärfste. Die Einsatzkräfte waren in kürzester Zeit am Einsatzort und die Kameradinnen und Kameraden haben sich auf der Demonstration eindeutig und mit großer Präsenz für gute Nachbarschaft, gelebte Willkommenskultur und gegen Fremdenfeindlichkeit positioniert“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass einer der mutmaßlichen Täter Mitglied der Feuerwehr ist und sogar an den Löscharbeiten teilgenommen hat. Bis zur Gerichtsentscheidung wurde umgehend eine Beurlaubung aus dem Feuerwehrdienst ausgesprochen“, heißt es weiter.

Zweite Chance gegeben

Während des Feuerwehrdienstes seien bislang keine rechtsradikalen Tendenzen erkennbar gewesen. Bei entsprechenden Äußerungen wäre sofort reagiert worden. Die Feuerwehr Salzhemmendorf stehe für die Grundprinzipien der demokratischen Gesellschaft ein und verurteile jeglichen Extremismus und Radikalismus. Vor etwa 5 Jahren sei der mutmaßliche Brandstifter bereits strafrechtlich auffällig gewesen, dieses habe einen Austritt aus der Feuerwehr nach sich gezogen. Vor etwa zwei Jahren habe er um eine erneute Aufnahme gebeten. Um ihm eine zweite Chance zu geben und auch wegen der integrativen Aufgabe der Feuerwehr habe man ihm dieses gewährt.

Die Feuerwehr in Salzhemmendorf ist in die Schlagzeilen geraten. Ein Feuerwehrmann soll an einem Brandanschlag auf ein Asylheim beteiligt gewesen sein. Foto: Screenshot AF
Die Feuerwehr in Salzhemmendorf ist in die Schlagzeilen geraten. Ein Feuerwehrmann soll an einem Brandanschlag auf ein Asylheim beteiligt gewesen sein. Foto: Screenshot AF

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