Brandstifter: Feuerwehrmann muss Schaden nach Großfeuer zahlen

Ein Feuerwehrmann aus Kirchhundem wird zum Brandstifter. Wegen ihm brennt eine Lagerhalle ab. Jetzt sagt ein Gericht: Er muss den Schaden bezahlen.

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Im Januar 2012 setzte ein damals 19 Jahre alte Feuerwehrmann aus Kirchhundem die Lagerhalle einer Holzfirma in Brand. Der Großbrand in Kirchhundem ging von einer brennenden Mülltonne aus und griff auf die Halle über. Der Brandstifter muss den Schaden bezahlen. Foto: Screenpic
Im Januar 2012 setzte ein damals 19 Jahre alte Feuerwehrmann aus Kirchhundem die Lagerhalle einer Holzfirma in Brand. Der Großbrand in Kirchhundem ging von einer brennenden Mülltonne aus und griff auf die Halle über. Der Brandstifter muss den Schaden bezahlen. Foto: Screenpic

Kirchhundem – Weil sich im Einsatz beweisen wollte, zündete im Januar 2012 ein damals 19 Jahre alter Feuerwehrmann der Feuerwehr Kirchhundem einen Müllcontainer an. Das Feuer griff auf die Gewerbehalle einer Holzfirma in Kirchhundem über. Die brannte bis zur Bodenplatte nieder. Im Zivilprozess um den Schadenersatz hat nun das Oberlandesgericht (OLG) Hamm entschieden, dass der Feuerwehrmann als Brandstifter den Schaden in voller Höhe bezahlen muss. Allein die Versicherung der Firma in Kirchhundem verlangt für den Gebäudeschaden 228.000 Euro, die Holzfirma weitere 50.000 Euro.

Allein Versicherung will 228.000 Euro

Für diese Brandstiftung und eine bereits zuvor begangene, weitere Brandstiftung verurteile das Amtsgericht Olpe den jungen Mann im Juni 2012 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung. Vor dem Landgericht Siegen haben die Holzfirma und ihre Gebäudeversicherung den Feuerwehrmann zivilrechtlich auf auf Schadenersatz verklagt. Die Versicherung hat den von ihr mit ca. 228.000 Euro regulierten Gebäudeschaden geltend gemacht und die Holzfirma ihre nicht durch die Versicherung abgedeckten Schäden. Darunter fallen weitere Schäden an Nachbargebäuden sowie zerstörte Betriebseinrichtungen und Vorräte. Das Landgericht Siegen hatte den Brandstifter in den Zivilprozessen für uneingeschränkt haftbar angesehen und ihn zur Zahlung der Schäden verurteilt. Dagegen ging der Mann in Berufung. Das OLG Hamm entschied schließlich gleich. Demnach haftet der Mann  für die durch den Brand verursachten Schäden in vollem Umfang, weil „er das Gebäude bedingt vorsätzlich in Brand gesetzt hat und seine zivilrechtliche Verantwortlichkeit dabei weder ausgeschlossen noch gemindert war“.

Brandstifter wusste um die Gefahr

Der damalige Feuerwehrmann habe, so der 9. Zivilsenat des OLG Hamm, den Müllcontainer absichtlich entzündet und dabei den Brand der Gewerbehalle in Kauf genommen. In den ersten Instanzen habe er gestanden, dass die Flammen vom Müllcontainer auf die Halle übergegriffen hätten und sei an diese Aussage im Berufungsverfahren gebunden gewesen. Seine weitere Einlassung, er habe nicht damit gerechnet, dass das Feuer vom Müllcontainer auf das Gebäude übergreifen könnte, habe das Gericht widerlegt. Dafür sprächen die Erfahrungen des Feuerwehrmannes aus seiner früheren Brandstiftung. Dabei soll er eine etwa 50 Zentimeter vor einer Holzvertäfelung stehende Kiste angesteckt haben, von der die Flammen auf das Haus mit Holztäfelung übergriffen hätten.  Das Gebäude brannte ebenfalls ab. Außerdem soll der Mann den Tatort erst verlassen haben, als der Müllcontainer schon selbständig brannte und nicht nur schmorte. Dabei habe er das in unmittelbarer Nähe gelagerte brennbare Materialien gesehen.

Gutachter bescheinigt Pyromanie

Ein medizinischer Gutachter habe dem Feuerwehrmann zwar eine Pyromanie und eine instabile Persönlichkeit bescheinigt. Dies sei aber nicht so schwerwiegend gewesen, „dass er seine Entscheidung zum Handeln nicht mehr von vernünftigen Erwägungen habe abhängig machen können“, so das OLG. Video vom Großbrand in Kirchhundem

 

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