Halle (Saale): Eltern drohen Feuerwehr nach Übung mit Klage

Kinder sollen eine Stunde bei 10 Grad und Regen in Badekleidung vor einer Schwimmhalle ausgeharrt haben. Ein Zelt oder Bus zum Aufwärmen wurde nicht bestellt.

0
Diese Szene führte zum Protest der Eltern in Halle (Saale). Schwimmkinder mussten in Badesachen während einer Übung in die Kälte. Foto: dubisthalle.de
Diese Szene führte zum Protest der Eltern in Halle (Saale). Schwimmkinder mussten in Badesachen während einer Übung in die Kälte. Foto: dubisthalle.de

Halle (Sale) – Der Feuerwehr Halle (Saale) droht nach einer gemeinsamen Übung freiwilliger Feuerwehren der Stadt und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) offenbar ein Klage wegen Körperverletzung. Wie das Nachrichtenmagazin „dubisthalle.de“ berichtet, drohen Eltern von Kinder eines Olympiastützpunktes für Schwimmer damit, Anzeige gegen den Einsatzleiter und Stadtwehrleiter der Feuerwehr Halle (Saale), Andy Ziems, und weitere Führungskräfte zu erstatten. Die Feuerwehrleute hätten die Nachwuchssportler nach der Evakuierung einer Schwimmhalle eine Stunde lang mit nassen Haaren und nur in Badebekleidung bei Regen und Temperaturen um die 10 Grad vor der Tür der Schwimmhalle ausharren lassen.

Mimen waren bei Feueralarm schon warm angezogen

Die geplante Übung war im Vorfeld in Feuerwehrkreisen bekannt geworden. Zumindest dort konnten sich die Einsatzkräfte offenbar auf ihre Aufgaben vorbereiten. Auch die Mitarbeiter der von den Stadtwerken Halle betriebenen Schwimmhalle wurden informiert, das Objekt für die Dauer des Einsatzes für die Öffentlichkeit gesperrt. Mitglieder der Jugendfeuerwehr wurden als Mimen eingesetzt – dafür gab eine Stunden Baden gratis. Offenbar nicht informiert wurde die Leitung des Olympiastützpunktes von der bevorstehenden Evakuierung. Kinder und Trainer wurden von dem Alarm überrascht, während die Statisten der Jugendfeuerwehren bereits aus dem Wasser und umgezogen waren.

Halle (Saale): Kein Zelt, keine warmen Getränke

Eltern der Kinder beklagen, dass für die jungen Schwimmer kein beheiztes Zelt aufgestellt worden sei. Heiße Getränke seien ebenfalls nicht gereicht worden. „Ein Einsatzleiter mit einer gelben Weste sagte wohl zu den nassen Kindern, dass sie sich bewegen sollen weil das warm hält“, so eine Mutter gegenüber „dubisthalle.de“. Ein Bus des städtischen Verkehrsunternehmens Havag sei ebenfalls nicht zur Einsatzstelle beordert worden.

Warum sollen Bilder vom Vorfall entfernt werden?

Dem Nachrichtenmagazin „dubisthalle.de“ zufolge hätten sich weder die Leitung der Feuerwehr Halle (Saale) noch die Stadtverwaltung bisher zu den Vorwürfen geäußert. Dennoch wurden durch eine offenbar an den Blog fehlgeleitete E-Mail Details bekannt. Demnach sehe der Stadtwehrleiter kein Versagen bei sich. In der E-Mail heißt es, dass man zwar ein sich andeutendes Problem erkenne, die Feuerwehr aber davon distanzieren wolle. Einen ehrenamtlichen Berichterstatter der Feuerwehr habe der Stadtwehrleiter demnach aufgefordert, alle Fotos von dem strittigen Vorfall während der Übung aus dem Internet zu entfernen und über diesen Teil der Übung nicht mehr zu schreiben. Selbstschutz der Feuerwehr oder der Versuch einer Vertuschung?

Unter Druck: Eltern der Nachwuchsschwimmer erheben Vorwürfe gegen die Einsatzleitung, die in Halle (Saale) eine Übung der Feuerwehr führte. Die Kinder mussten in der Kälte warten. Foto: dubisthalle.de
Unter Druck: Eltern der Nachwuchsschwimmer erheben Vorwürfe gegen die Einsatzleitung, die in Halle (Saale) eine Übung der Feuerwehr führte. Foto: dubisthalle.de

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT