Ulm – Die Gewinner stehen fest. Und somit auch das Feuerwehr-Team des Jahres. Den Conrad-Dietrich-Magirus-Preis 2015 teilen sich gleich 6 Feuerwehren aus Bayern für ihren  Einsatz der Oslo-Methode. Die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren aus Lauf an der Pegnitz, Neunkirchen am Sand, Ottensoos, Reichenschwand, Rüblanden und Speikern haben Ende Mai 2015 einem 40 Jahre alten Autofahrer nach einem Unfall auf der B14 mit der in Deutschland äußerst selten angewandten Oslo-Methode das Leben gerettet. Mit dem Magirus-Preis wurde vor allem auch das Ausbildungskonzept der freiwilligen Feuerwehren im Nürnberger Land gewürdigt, berichtet der Bayrische Rundfunk. Eine Gruppe von zehn Feuerwehr-Leuten aus Lauf an der Pegnitz und Umgebung darf nun mit dem Feuerwehr-Oscar das New York Fire Department  besuchen.

Fahrer hing aus dem Auto

Ein Pkw war Ende Mai 2015 auf der B14  von der Fahrbahn abgekommen und gegen zwei Bäume und ein Verkehrsschild geschleudert. Dabei wurde ein 19-Jähriger im Heck des Wagens eingeklemmt, der Fahrer, ein 40-Jähriger, hing auf der Fahrerseite aus dem Wagen. Er war mit den Beinen massiv im Fußraum eingeklemmt. Der Aufprall war so stark, dass sich das Auto um einen der Bäume gewickelt hatte. Die tief im Fahrzeug steckenden Bäume sowie der Fuß des Verkehrszeichens, der ebenfalls im Auto steckte, forderten den Einsatzkräften alles ab. Kurz vor 3 Uhr wurden die freiwilligen Feuerwehren aus Ottensoos, Rüblanden, Speikern, Reichenschwand, Neunkirchen am Sand und Lauf an der Pegnitz, drei Rettungswagen, zwei Notärzte und der Einsatzleiter Rettungsdienst alarmiert.

Schneller Entschluss für Oslo-Methode

Nachdem der Wagen gesichert und eine Rettungsbühne in Stellung gebracht wurde, konnte der 19-Jährige im Heck des Autos nach eine halbe Stunde nach dem Unfall mit Schere und Spreizer aus dem Wrack befreit werden. Er kam in die Uniklinik Erlangen. Schwieriger wurde die Rettung des Fahrers, bei dem starker Alkoholgeruch festgestellt wurde. Der Einsatzleiter entschloss sich zu einer außergewöhnlichen Rettungsmethode: Die Einsatzkräfte hängten Ketten an der Front und am Heck das Autos und zogen den Wagen mit dem Rüstwagen aus Lauf und einem Greifzug förmlich auseinander – Crashrettung in letzter Minute. Diese in Skandinavien angewandte, aber in Deutschland kaum bekannte Methode hatten die Feuerwehrleute aus Mittelfranken zufällig kurz zuvor geübt. Hintergrund Conrad-Dietrich-Magirus-Preis

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