Rosenbauer liefert Rettungsgiganten nach Schottland

Vier Rettungsbühnen und eine Drehleiter hat Rosenbauer jetzt in Edinburgh an die schottische Feuerwehr übergeben. Weitere Fahrzeuge folgen bis 2019.

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Hubrettungsgeräten aus. Die ersten fünf Fahrzeuge von Rosenbauer wurden jetzt in Edinburgh übergeben. Foto: Rosenbauer
Rosenbauer stattet die schottische Feuerwehr mit neuen Hubrettungsgeräten aus. Die ersten fünf Fahrzeuge von Rosenbauer wurden jetzt in Edinburgh übergeben. Foto: Rosenbauer

Leonding/Edinburgh – Der Fahrzeughersteller Rosenbauer aus Leonding in Österreich hat in Schottland einen Großauftrag an Land gezogen. In einem mehrjährigen Beschaffungsprogramm verstärkt dort das Scottish Fire and Rescue Service seinen Fuhrpark um eine ganze Flotte von Hubrettungsfahrzeugen. Bis 2019 stellt sie mit zehn Hubrettungsbühnen und einer Drehleiter knapp ein Dutzend neuer Fahrzeuge in Dienst. Gebaut und konzipiert werden die Einsatzfahrzeuge bei Rosenbauer in Österreich. Die ersten fünf konnten in Edinburgh jetzt übergeben werden.

Wie hoch kann die Rettungsbühne ausgefahren werden?

Bei den Hubrettungsbühnen für die schottische Feuerwehr handelt es sich um die bewährte, vielseitig einsetzbare Rosenbauer B32. Mit ihr erreichen die Feuerwehren Einsatzstellen in bis zu 32 Metern Höhe bei einer Korbboden- sprich Rettungshöhe von 30,3 Metern. Ihr robuster, aus hochfestem Feinkornstahl gefertigter Hubrettungssatz besteht aus einem dreiteilig teleskopierbaren Hauptarm und einem Korbarm, der der Rosenbauer B32 eine hohe Gelenkigkeit verleiht.

Zum Einsatz kommt die B32 in Schottland nicht nur bei Höhenrettungs- und -löscheinsätzen, sondern auch bei Arbeiten im Unterflurbereich. Das Hauptteleskop kann zu diesem Zweck um – 5 ° abgesenkt werden. Für Fahrzeugbergungen nutzt die Feuerwehr ihre Hebefunktion: Über eine Lastöse am untersten Teil des Hauptarmes können bis zu 2.200 Kilogramm, über eine am obersten Teil bis zu 1.200 Kilogramm angehoben werden, jeweils gemessen bei 15 Metern Ausfahrlänge.

Bühne von Rosenbauer: In 90 Sekunden einsatzbereit

Einsatzbereit ist die B32 nach Angaben von Rosenbauer in weniger als 90 Sekunden. In dieser Zeit sind die Stützen ausgefahren und der Hubrettungssatz auf volle Länge aufgerichtet und geschwenkt. Der Rettungskorb bietet Platz für fünf Personen und hat eine Nutzlast von 600 Kilogramm ohne Aufbauten. Für den Brandeinsatz ist ein fernsteuerbarer Werfer angebaut und führt eine Teleskop-Wasserhochführung entlang des Hubrettungssatzes bis in den Korb. Zur Rettung von Menschen in Rollstühlen oder auf Schwerlasttragen kann die Vorderfront abgeklappt und ein barrierefreier Zugang geschaffen werden. Um die Geretteten sicher nach unten zu befördern, werden Rollstühle und Tragen im Boden des Korbes verankert.

Die B32 lässt sich laut Rosenbauer in jeder Einsatzsituation sicher und exakt bedienen. Dafür sorgt die ausgeklügelte Technik. Sämtliche Parameter, die für einen zuverlässigen Betrieb erforderlich sind, werden permanent ermittelt und überwacht. Der Bodenaufstandsdruck der Stützen wird über Kraftmessdosen erfasst, die auch die Restlast auf der auslegerabgewandeten Seite ermitteln. Auch die stufenlos einstellbare Stützbreite wird exakt ermittelt. Denn jeder Millimeter mehr Abstützung bringt mehr Ausladung. Bodenaufstandsdruck und Abstützbreite fließen auch in die Berechnung der Ausladung mit ein, genauso wie die Korblast und die Momente, die im Hauptarm herrschen. Die B32 gibt somit immer die Ausladung frei, die der aktuellen Situation bezüglich Last und Geometrie entspricht.

Gesteuert wird die B32 über Joysticks und hochauflösende Farbdisplays, die den Bediener über alle wesentlichen Zustände informieren: Aufrichtewinkel, aktuelle Zuladungsmöglichkeit, mögliche horizontale Ausladung und Restarmlänge werden permanent angezeigt, alle anderen Funktionen sind über eigene Tasten anwählbar.

Gibt es einen großen Unterschied zur Drehleiter?

Die Hubrettungsbühne B32 und die Drehleiter L32A-XS verfügen über die gleiche Bedienphilosophie. Wer mit dem einen Gerät umgehen kann, kann auch mit dem anderen arbeiten. Die Drehleiter spielt vor allem im innerstädtischen Bereich ihre Stärken aus. Sie verfügt über ein spezielles Gelenk im Leitersatz, wodurch sie weniger Platz zum Anleitern und Aufrichten benötigt und in der Höhe einen deutlich vergrößerten Aktionsradius bereitstellt. Mit der L32A-XS kommt die schottische Feuerwehr auch hinter die Fassaden von Gebäuden und erreicht hervorstehende Erker und Balkone sowie zurückversetzte Gaupen wesentlich leichter.

Der Leitersatz der L32A-XS ist fünfteilig mit einem 4,65 Meter langen, abneigbaren Korbarm ausgestattet. Die Arbeitshöhe ist mit 32 Metern gleich wie die der B32, auch das Konzept der Waagrecht-Senkrecht-Abstützung ist dasselbe. Der Multifunktionskorb hat eine Nutzlast von 500 Kilogramm, die Lastöse an der Unterleiter kann bis zu vier Tonnen heben. Beide Geräte verfügen über hochwertige LED-Technik und haben je drei Geräteräume mit Rollladenverschluss an jeder Fahrzeugseite.

B32 Scottish Fire and Rescue Service

– Fahrgestell: Volvo FM 410 6×2, 410 PS, Euro 6
– Arbeits-/Rettungshöhe: 32,3 m / 30,3 m
– Podium: Aluminium-Sicherheitspodium mit 6 Geräteräumen
– Abstützung: Waagrecht-Senkrecht stufenlos von 2,5 bis 5,93 m
– Rettungskorb: 5 Personen, 600 kg
– Teleskop-Wasserhochführung mit bis zu 3.000 l/min
– ferngesteuerter Wasserwerfer im Korb
– Stromhochführung (24/110/230 V)
– Lastöse bis zu 2.200 kg
– Abmessungen: L x B x H: 9,81 x 2,50 x 3,53 m
– zulässiges Gesamtgewicht: 26 t

L32A-XS Scottish Fire and Rescue Service

– Fahrgestell: Volvo FE 320 4×2, 320 PS, Euro 6
– Arbeits-/Rettungshöhe: 32 m / 30 m
– Podium: Aluminium-Sicherheitspodium mit 6 Geräteräumen
– Abstützung: Waagrecht-Senkrecht stufenlos von 2,5 bis 4,85 m
– Rettungskorb: 5 Personen, 500 kg
– Aluminiumrohr in der Oberleitung, permanent montiert
– ferngesteuerter Wasserwerfer im Korb
– Stromhochführung (24/110/230 V)
– Lastöse bis zu 4.000 kg
– Abmessungen: L x B x H: 10,30 x 2,50 x 3,41 m
– zulässiges Gesamtgewicht: 18 t

Bis 2019 soll Rosenbauer weiterer Fahrzeuge nach Schottland liefern. Foto: Rosenbauer
Bis 2019 soll Rosenbauer weiterer Fahrzeuge nach Schottland liefern. Foto: Rosenbauer

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