Stromausfall in Essen nach Schiffsunfall auf Rhein-Herne-Kanal

Die Feuerwehr Essen musste nicht nur zu der Havarie ausrücken. Zahlreiche Einsätze folgten durch Spannungsspitzen, die Elektrogeräte zerstörten.

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Das Feuerlöschboot
Das Feuerlöschboot "Ernst Finkemeyer" der Feuerwehr Essen geht nach dem Schiffsunfall auf dem Rhein-Herne-Kanal in Essen backbord längsseits. Die Besatzung durchtrennt anschließend das auf dem Heck des Binnenschiffes liegende Kabel. Der Stromausfall in Essen dauerte zwei Stunden. Foto: Mike Filzen

Essen – Ein Schiffsunfall auf dem Rhein-Herne-Kanal hat für einen flächendeckenden Stromausfall in Essen in gleich mehreren Stadtteilen  gesorgt. Das Binnenschiff „Gerarda Theodora“ hatte mit seinem am Heck montierten und vollständig aufgerichteten Kran eine 110-Kilovolt-Leitung abgerissen. Durch den Leitungsschaden kam es im Norden von Essen, so in Vogelheim und Bergeborbeck zu Stromausfällen. Vermutlich durch entstehende Spannungsspitzen ausgelöste Defekte an Elektrogeräten wie Fernsehern, mehrfach auch an Elektro-Durchlauferhitzern, lösten zahlreiche Einsätze für die Feuerwehr Essen aus.

Warum war der Kran am Schiff aufgerichtet?

Mit dem Kran setzt der Schiffer normalerweise seinen mitgeführtes Auto an Land ab. Warum das Schiff den Rhein-Herne-Kanal mit ausgefahrenem und aufgerichteten Kran queren wollte, ist noch nicht abschließend geklärt. Der Arm geriet an die Oberleitung, die an dieser Stelle über den Kanal geführt ist, fiel hinab und blieb auf dem Heck des Schiffes liegen. Der Bootsführer, sein einziges Besatzungsmitglied sowie zwei Schiffshunde hielten sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Steuerstand auf und blieben unverletzt. Sie durften den Steuerstand erst wieder verlassen, nachdem die Spannung durch den Netzbetreiber Westnetz abgeschaltet und die Leitung geerdet war.

Stromausfall in Essen: Ampel schalten sich ab

Telefonisch hielten Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Wasserschutzpolizei Essen Kontakt zur Besatzung. Nachdem ein Montagetrupp die Leitung am betroffenen Hochspannungsmast geerdet hatte, ging das Feuerlöschboot „Ernst Finkemeyer“ backbord längsseits an den Havaristen. Die Besatzung durchtrennte die 21 Millimeter starke Leitung mit einem Bolzenschneider und einer Säge. Das Kabel glitt beidseitig ins Wasser und wurde an beide Ufer zurückgezogen.

Von dem flächendeckenden Stromausfall betroffen war auch das Albert-Schmidt-Heim an der Hafenstraße in Essen. Zudem fielen an etlichen Kreuzungen die Ampeln aus. Die Stromversorgung war rund zwei Stunden nach dem Unfall durch Umschaltungen wieder sichergestellt. Verletzt wurde nach dem Kenntnisstand der Feuerwehr Essen bei dem Unfall mit dem Schiff auf dem Rhein-Herne-Kanal niemand.

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