Unfall in Coburg: Gaffer droht Feuerwehrmann im Einsatz Schläge an

Mit den Worten „Was willst du denn von mir? Ich hau dir eine aufs Maul!“ ist ein Gaffer während der Rettungsarbeiten nach dem schweren Feuerwehrunfall in Coburg auf einen Feuerwehrmann losgegangen.

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Feuerwehrmann der Feuerwehrmann ist bei einem Unfall in Coburg ums Leben gekommen. Er saß auf dem Beifahrersitz eines TLF der Feuerwehr Coburg. Ein Gaffer hat einen Kameraden des jungen Mannes bedroht. Foto/Quelle: BR24
Ein 20 Jahre alter Feuerwehrmann der Feuerwehrmann ist bei einem Unfall in Coburg ums Leben gekommen. Ein Gaffer hat einen Kameraden des jungen Mannes bedroht. Foto/Quelle: BR24

Coburg – Unglaubliche Szenen während der Rettungsarbeiten nach dem schweren Unfall mit einem Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Coburg:  Zwei Gaffer haben sich am Montagabend mit einem Feuerwehrmann angelegt. Laut Polizei sicherte er die Einsatzstelle ab. Ein 43-Jähriger und ein 15 Jahre alter Sohn mussten von einer Polizeistreife zur Wache gebracht werden. Gegen den Mann wurden Ermittlungen eingeleitet.

Vater war Maschinist im TLF

Bei dem Unfall in Coburg mit dem TLF ist am Montagabend ein 20 Jahre alter Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Er hatte auf dem Beifahrersitz des 18 Tonnen schweren Feuerwehrautos gesessen. Laut einem Sprecher der Stadt Coburg war am Steuer der 47 Jahre alte Vater des jungen Feuerwehrmannes.

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Aus weiterhin unklarer Ursache war das Tanklöschfahrzeug  während einer Bewegungsfahrt im Verband mit mehreren anderen Einsatzfahrzeugen von der Fahrbahn abgekommen, gegen eine Mauer geprallt und zur Seite gekippt. Der 20-Jährige wurde eingeklemmt. Rettungskräfte kamen ihrem Kameraden zwar zu Hilfe. Der Mann starb jedoch wenig später im Rettungswagen. Die Ermittlungen zur konkreten Ursache, die unter anderem von einem Sachverständigen unterstützt werden, sind noch nicht abgeschlossen.

Gaffer machen Videos hinter Absperrung

Während der Rettungsarbeiten hielten sich gegen 20.30 Uhr mehrere Gaffer, darunter der der 43-jährige Coburger zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn, im abgesperrten Bereich der Unfallstelle auf. Der Vater versuchte laut Polizei Videoaufnahmen mit seinem Smartphone zu ergattern. Darauf wurde ein 27-jähriger Feuerwehrmann aufmerksam. Er bat nach Polizeiangaben Vater und Sohn, das Filmen zu unterlassen und sich von der Einsatzstelle zu entfernen.

Gaffer: „Ich hau dir eine aufs Maul!“

Der Familienvater war darüber offenbar so erbost, dass er dem ehrenamtlichen Feuerwehrmann mit den Worten „Was willst du denn von mir? Ich hau dir eine aufs Maul!“ Schläge androhte. Anstatt die Unfallstelle zu verlassen, suchten sich die beiden Gaffer lediglich einen anderen Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite, um dort zu ihren Foto- und Videoaufnahmen zu kommen.

Polizei nimmt Schaulustige mit zur Wache

Erst durch eine Streife der Polizeiinspektion Coburg konnten die Männer davon abgebracht werden. „Weil Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Raum standen, sollten die Personalien der beiden Coburger aufgenommen werden. Da sich die beiden zunächst nicht ausweisen wollten, brachte sie eine Streife zur Identitätsfeststellung auf die nahegelegene Polizeidienststelle“, so ein Sprecher.  Auch dort gelangten die Beamten nur widerwillig an die Personalien der beiden Männer.

Ermittlungen gegen Gaffer eingeleitet

Gegen den 43-jährigen Vater, der laut Polizei eine konkrete Drohung gegen den ehrenamtlichen Feuerwehrmann ausstieß, ermittelt nun die Polizei Coburg wegen Nötigung, Beleidung, möglicher unterlassener Hilfeleistung und wegen einer Ordnungswid-rigkeit wegen Nichtangabe der Personalien. Ob dem Sohn ein Fehlverhalten vorgeworfen werden kann, wird laut Polizei noch geprüft.

Nach dem Aufenthalt auf der Wache wurden die beiden Schaulustigen wieder auf freien Fuß gesetzt. „Allerdings mit dem Hinweis, dass für sie ein Platzverweis im weiträumigen Bereich um die Unfallstelle besteht“, so ein Polizeisprecher.

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