Wetter: Glätte bringt Feuerwehr in Ausnahmezustand

Blitzeis und Glätte führten zu zahlreichen Unfällen. Auf den Autobahnen kam es zu Massenkarambolagen. Feuerwehr und Rettungsdienst im Ausnahmezustand.

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Auf der A46 bei Iserlohn kam es zu einer Massenkarambolage. Glatteis, Blitzeis und Glätte hatten die Fahrbahnen unbefahrbar gemacht. Zehn Fahrzeuge waren an dem Unfall beteiligt. Menschen wurden zum Teil schwer und lebensgefährlich verletzt. Foto: Feuerwehr Iserlohn
Auf der A46 bei Iserlohn kam es zu einer Massenkarambolage. Glatteis, Blitzeis und Glätte hatten die Fahrbahnen unbefahrbar gemacht. Foto: Feuerwehr Iserlohn

Iserlohn – Blitzeis und Glätte führten zu zahlreichen Unfällen, vor allem im Norden und Westen Deutschlands. In Hamburg stürzten Hunderte Menschen, auf der Autobahn A46 kam es zu einer Massenkarambolage, in Essen standen die Rettungswagen der Feuerwehr nicht still. Alarme in Dauerschleife gab es durch Glatteis auch in Gelsenkirchen und in Mühlheim an der Ruhr. Selbst Feuerwehren wurden in Unfälle verwickelt wie in Oyten. Das Feuerwehrmagazin „Alles Feuerwehr!“ fasst zusammen.

Massenkarambolage auf A46 bei Iserlohn

Durch Glatteis kam es auf der Autobahn 46 am Samstag (7.1.2017)  gegen 20Uhr zu einer Massenkarambolage im Bereich der Anschlussstelle Zentrum in Fahrtrichtung Hemer. Etwa 10 Fahrzeuge waren an dem Unfall beteiligt. Acht Personen wurden zum Teil schwer und lebensgefährlich verletzt. Darunter befanden sich auch vier Kinder.

Um die Verletzten zu versorgen und anschließend in die umliegenden Krankenhäuser zu transportieren, kamen den Rettungskräften aus Iserlohn Rettungswagen, KTW und Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) aus Altena, Hemer, Menden und Hagen zu Hilfe. Der leitende Notarzt koordinierte die Rettungsarbeiten vor Ort. Ebenfalls vor Ort war der Rettungsbus der Märkischen Verkehrsgesellschaft. Die Löschzug der Berufsfeuerwehr Iserlohn unterstützte bei der Versorgung der Patienten. Eine technische Rettung war aber nicht erforderlich.

Um den Rettungsdienst weiter sicherstellen zu können, alarmierten die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises und die Einsatzzentrale der Berufsfeuerwehr Iserlohn das DRK aus Hemer, Menden und Iserlohn. Sie stellten Rettungswagen (RTW) und Krankentransportwagen (KTW) für weitere Einsätze. Die Einsatzzentrale musste personell mit Kräften aus der Freizeit verstärkt werden. Unterstützt wurde die Einsatzzentrale durch die Kollegen der Kreisleitstelle, die beispielsweise die auswärtigen Kräfte der Einsatzstelle zuführten.

Die Feuerwache Iserlohn wurde durch die Löschgruppen Bremke, Iserlohner Heide, Obergrüne und Untergrüne für weitere Einsätze besetzt. Sie sicherten unter anderem einen weiteren Verkehrsunfall auf der A 46, allerdings Richtung Hagen, ab.

Mehr als 400 Einsätze wegen Glätte in Hamburg

In den letzten 24 Stunden, seit 10 Uhr am Samstag (7.1.2017), wurden durch die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg 425 witterungsbedingte Einsätze disponiert und von den Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg abgearbeitet. Das Verletzungsmuster hat sich über den Tag nicht verändert. Lebensbedrohlich war keine der Verletzungen.

Auch in Minden Lübbecke kämpften Feuerwehr und Polizei gegen Schnee, Glätte und Blitzeis. Etliche Einsätze mussten abgearbeitet werden. Foto: Polizei
Auch in Minden Lübbecke kämpften Feuerwehr und Polizei gegen Schnee, Glätte und Blitzeis. Foto: Polizei

Essen: Löschfahrzeug rutscht in parkende Autos

Spiegelglatte Fahrbahnen stellten die Rettungskräfte in Essen vor die größte Herausforderung. In den Stadtteilen Essen-Haarzopf und Essen-Kettwig kam es zu Eigenunfällen. In Haarzopf in der Straße Auf’m Bögel rutschte ein Löschrettungsfahrzeug in 4 parkende Autos und verursachte dabei hohen Sachschaden. Hier mussten mit einem hinzugerufenen Streuwagen und mehreren Einsatzkräften der Feuerwehr Essen die beteiligten Fahrzeuge aufwendig geborgen werden.

Die Einsatzspitze verzeichnete die Feuerwehr Essen zwischen 18 Uhr am Samstag (7.1.2017) und dem Sonntag (8.1.2017), 1 Uhr. Die Feuerwehr musste zu 5 Hilfeleistungen ausrücken, bei denen Fahrzeuge quer standen oder von der Fahrbahn abkamen. Zu den normalen Rettungsdiensteinsätzen kamen etwa 66 Einsätze hinzu, bei denen Personen durch einen Sturz auf glatten Straßen und Gehwegen verletzt wurden.

Prellungen und Knochenbrüche in Gelsenkirchen

16 Mal mussten am Samstag  (7.1.2017) zwischen 16 Uhr und Mitternacht die Rettungswagen der Feuerwehr Gelsenkirchen zu Einsätzen wegen Glätte ausrücken. Auf den glatten Straßen und Wegen waren immer wieder Personen gestürzt und hatten sich dabei so schwer verletzt, dass sie durch die Rettungswagen in Krankenhäuser transportiert werden mussten. Bei den Verletzungen handelte es sich meist um Prellungen, Platzwunden und Knochenbrüche. Schwere Verkehrsunfälle wurden der Feuerwehr Gelsenkirchen nicht gemeldet.

Eigenunfälle der Feuerwehr in Mülheim und in Oyten

Die Einsatzkräfte waren aber vielerorts auch selbst betroffen. In Mülheim an der Ruhr rutschte ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) wegen des Blitzeises von der Straße in ein Gebüsch. Knapp an einer Katastrophe schlitterten die Kameraden aus Oyten auf der Autobahn 1 vorbei. Ein Auto krachte in den Rüstwagen, der eine Unfallstelle absicherte.

Auch für den Sonntag gilt örtlich noch eine Unwetterwarnung vor Glatteis. Nähere Informationen gibt es bei Deutschen Wetterdienst unter www.dwd.de. Für laufend aktuelle Informationen empfehlen wir zudem eine Wetter-Warn-App wie „NINA“ oder „Warnwetter„.

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